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Artikel und Beiträge von Andreas & Daniel Stötter

Spiritualität mit oder ohne Körper?

von | 20 Jun, 2018 | Achtsamkeit, Berührung

Welche Bedeutung hat der Körper auf dem spirituellen Weg? Ist der Körper dabei ein Hindernis oder ein wichtiges Tor? Hier scheiden sich die Geister.

Die einen sagen, dass der Körper mit seinen innewohnenden archaischen Kräften, seinen Trieben und Bedürfnissen, seinen natürlichen Impulsen, überwunden werden muss, dass diese Kräfte bekämpft und abgetötet werden müssen, um auf dem spirituellen Weg voran zu kommen. Diesen asketischen Weg finden wir in vielen spirituellen Systemen und Religionen.

Die anderen sagen, der Körper sei der Tempel der Seele und ein entscheidendes Fahrzeug für die Entfaltung unseres spirituellen Potenzials. Diesen Ansatz finden wir vorwiegend in asiatischen Traditionen und wird speziell in traditionellen esoterischen Einweihungswegen gelehrt.

Wir wollen diese beiden Sichtweisen etwas genauer betrachten und anhand des Verlaufs der menschlichen Entwicklung Zusammenhänge aufzeigen. Gehen wir zum Anfang des Lebens zurück: zur Zeugung.

Persönlichkeits-Verwicklung

Zeugung Entwicklung

Bei der Zeugung vereinen sich zwei Lebensströme: Materie mit Geist, Körper mit Seele.

Etwas nicht-materielles, feinstoffliches vereint sich mit dem entstehenden Körper und bleibt damit ein Leben lang vereint. Diese seelische Essenz, die von Anfang an da ist, ist eine bewusste Instanz. Sie wird auch als reines Gewahrsein bezeichnet, ein Gewahrsein ohne Denken.

Wenn in der frühen Lebensphase die körperlichen Bedürfnisse ausreichend befriedigt werden und keine größeren traumatischen Erfahrungen erlebt werden, dann drückt sich dieses reine Gewahrsein, diese seelische Essenz sichtbar und fühlbar im Säugling und Kleinkind aus. Das reine Licht der Seele strahlt durch den kleinen frischen Körper. Deshalb sind wir von dieser Reinheit und Strahlkraft der Babys so fasziniert. Die Seele befindet sich noch im Vordergrund und schenkt sich mit seiner Schönheit, Reinheit und Lebendigkeit ungefiltert der Welt.

In dieser frühen Phase der unmittelbaren Verbindung der Seele mit dem Körper, ist noch kein Gefühl des Getrenntseins vorhanden. Der beseelte neue Körper befindet sich noch in der natürlichen Einheit und kann noch nicht zwischen sich und dem Umfeld unterscheiden. Ab den 8. Lebensmonat beginnt dann allmählich eine Trennung von der Einheit mit der Mutter bzw. mit dem Umfeld. Es entsteht die erste Erfahrung von Ich und nicht Ich, eine beginnende primäre Erfahrung von Individualität.

Diese erste Trennungs-Erfahrung ist die Basis einer archaischen Körperidentität. Unser Körper-Ich ist geboren. Das tiefe und unhinterfragte Gefühl, dass wir unser Körper sind, ist in dieser Phase entstanden und bleibt dann ein Leben lang bestehen. Da in dieser Phase noch kein Denken, keine Sprache und kein episodisches Gedächtnis entwickelt sind, speichert sich diese Erfahrung tief in unsere Zellen, in unser implizites Gedächtnis ein. Das somatische Fundament der Persönlichkeit ist damit gelegt.

Im Laufe der Entwicklung strömt nun das Umfeld mehr und mehr auf dieses werdende Wesen ein. Die frühen Erfahrungen mit den Eltern und dem sozio-kulturellen Umfeld prägen die weitere Entwicklung dieser primären Persönlichkeit und sind somit entscheidend für das gesamte Leben.

Schicht für Schicht kommen neue Einflüsse bzw. Erfahrungen dazu, werden in den Wachstumsprozess eingewoben und führen dazu, dass die Persönlichkeit sich mehr und mehr ausformt und in den Vordergrund tritt.

Das seelische Gewahrsein tritt dabei mehr und mehr in den Hintergrund. Es ist kein wirkliches Einschlafen der Seele, wie es manchmal bezeichnet wird, sondern mehr ein Zurückdrängen. Im Hintergrund ist die Seele immer mit ihrer stillen reinen Gewahrseins-Qualität präsent, stützt die Persönlichkeit und wirkt auf sie ein. Sie ist somit im Verborgenen sehr wohl beteiligt an der gesamten Persönlichkeitsentwicklung.

Wir erfahren unbewusst diese seelische Essenz als den Teil in uns, der sich nicht verändert. Wir erleben in unserem tiefsten Inneren, dass wir irgendwie immer dieselben sind, egal ob wir 2,10, 20 oder 50 Jahre alt sind. In der Persönlichkeit geschieht ständig Veränderung und doch gibt es diese Instanz in uns, die immer gleich ist. Ein tiefes unbewusstes Gefühl von ‚bin ich‘.

Diese reine seelische Präsenz tritt im Laufe der frühen Entwicklung allmählich mehr und mehr in den Hintergrund.

Im Vordergrund, in der Persönlichkeit, geschieht dabei eine weitere Trennung. Die Trennung zwischen Körper und Geist, zwischen der gefühlten Körperidentität und der dazugekommenen sozialisierten Verstandes-Identität. Dabei spielen unterschiedliche Einflüsse eine Rolle.

Ein wesentlicher Einfluss ist das soziale und kulturelle Umfeld. Dabei spielen die uralten religiösen Glaubenssysteme, mit ihrer Moral, mit Geboten und Verbote, ein größere Rolle als uns meist bewusst ist.

In vielen Religionen wird der Körper mit seinen Trieben und seinem spontanen Ausdruck als Sitz des Bösen angesehen. Der junge Mensch wird konfrontiert mit Gut und Böse, richtig und falsch. Die natürlichen körperlichen Regungen die er in sich spürt, die als böse, falsch und schlecht gesehen werden, werden schuld- und schambesetzt und müssen gebändigt und verdrängt werden. Die Angst vor diesen körperlichen Regungen ist geboren. Dieses Bändigen funktioniert nur durch Abspalten und Einfrieren dieser nicht gewollten Körperempfindungen. Sie werden unter tiefer Körperspannung vergraben und dort festgehalten, ins Körperunbewusste verschoben, wo sie dann meist ein Leben lang ein Schattendasein führen und von dort ihr Unwesen treiben. Dies ist eine Ursache für den Konflikt zwischen Körper und Verstand, Fühlen und Denken.

Eine weitere Ursache finden wir im mechanistischen Weltbild, nach welchem das Leben auf mechanische Gesetzmäßigkeiten reduziert wird. Newton und Descartes haben diese Anfangs-Phase der Moderne wesentlich mitgeprägt. Newton Aussage, das Universum sei eine ‚gut geölte Maschine‘ die messbar, berechenbar und voraussehbar ist, ist dafür bezeichnend. Descartes, der entscheidende Gründer des Körper-Geist-Dualismus, hat den Körper mit einem Uhrwerk verglichen, in dem seine Zahnräder perfekt ineinanderwirken. Nach Ihm ist der Mensch nichts anderes als eine perfekte Maschine und habe mit seelisch geistigen Aspekten nichts zu tun. Das Seelische wurde ins Reich der Mythen verbannt und damit wurden das Leben und der Mensch entzaubert und entseelt. Dieses Weltbild hat unsere gesamte westliche Kultur entscheidend geprägt und ist immer noch in allen Lebensbereichen ausschlaggebend. Unser gesamtes naturwissenschaftliches Denken baut drauf auf.

Die Aussage von Descartes ‚ich denke, also bin ich‘ verdeutlicht dieses materialistische reduktionistische Weltbild. Sie impliziert, dass das Denken gleichzusetzen ist mit unserer Identität. Nur durch das Denken sind wir menschliche Wesen. Dies würde bedeuten, dass wir im Säuglingsalter, in der Phase wo das Denken noch nicht entwickelt ist, keine Menschen wären, sondern nur ein mechanischer Zellhaufen. Das Denken bzw. der Verstand wurde somit auf den Thron gesetzt und die uralte archaische fühlende Intelligenz des Körpers weiter abgespalten.

Diese beiden mächtigen allgegenwärtigen Glaubenssysteme, das religiöse und das mechanistische, überschwemmen nun dieses werdende beseelte Wesen. Diese mächtigen Einflüsse, die in allen Lebensbereichen wirksam sind, führen zu einem kollektiven Entwicklungstrauma, welches das innewohnende natürliche Wachstumspotenzial massiv einschränkt. Die Folgen sind zweifach:

Die Seele wird zurückgedrängt und verborgen. In der vordergründigen Persönlichkeit findet mehr und mehr eine Spaltung zwischen Körper, mit seinen natürlichen Empfindungen und Gefühlen, und dem Verstand statt.

Wenn dazu noch Schocktraumen hinzukommen, wird die Entwicklung noch um ein Vielfaches erschwert, da dabei die Abspaltung und das Einfrieren von Gefühlen um ein vielfaches intensiver sind. Auch die Seele kann sich in einem traumatisierten Körper nur marginal bemerkbar machen und tritt weit in den Hintergrund. Ein Resultat dieser Trennungen ist eine ambivalente Beziehung zu unserem Körper.

Einerseits spalten wir ihn ab. Wir behandeln ihn, ganz nach der mechanistischen Vorgabe, wie ein Ding das immer reibungslos funktionieren soll. Und wenn das nicht der Fall ist, bringen wir dieses Ding, ähnlich wie unser Auto wenn es einen Defekt hat, in die ‚Medizinwerkstatt‘ zur Reparatur.

Dieses ‚Körperding‘ soll zudem schön sein, damit wir es her zeigen können und uns dadurch wertvoller fühlen.

Andererseits sind wir zutiefst mit dem Körper identifiziert, da das Fundament unserer Ich-Persönlichkeit das Körper-Ich ist. Wir sind zu Beginn des Lebens ganz Körper, mit all seinen Empfindungen, Regungen und Gefühlen. Anfangs noch von innen durchwoben von der seelischen Essenz und von außen beeinflusst durch das Umfeld. Der denkende Geist, das kognitive sozialisierte Ich, entsteht viel später und baut auf dem Körper-Ich mit seinen Empfindungen und Gefühlen auf.

Doch dieses Zurückdrängen und Abspalten funktioniert nicht immer oder nicht zu Hundertprozent.

Die abgespaltenen Gefühle bahnen sich doch ihren Weg ins Leben – meist über Umwege. Sie machen sich durch innere Unruhe, Dauerstress, Emotionsausbrüche, Süchte, psychische und körperliche Beschwerden bemerkbar. Das ist die sogenannte ‚Wiederkehr des Verdrängten‘ wie Freud es beschrieben hat.

„Wenn du deine Emotionen nicht fühlen kannst, wenn du von ihnen abgeschnitten bist, wirst du sie schließlich auf der rein physischen Ebene als körperliches Problem oder Symptom erleben“.
– Eckhart Tolle –

Die zurückgedrängte Seele findet meist auch einen Weg, um auf ihre Existenz aufmerksam zu machen. In Momenten wo die Kontrolle des Verstandes außer Kraft ist und wir z.B. von der   Schönheit eines Sonnenuntergang überwältigt und davon berührt sind, oder wir über die Grenzenlosigkeit des Universums staunen oder wir einfach ein grundloses Gefühl der Dankbarkeit oder der Freude empfinden. Gefühle wie der Ehrfurcht, des Staunens, der reinen Freude und des stillen Glücks, gehören zu den Qualitäten der Seele. In Indien gilt das Streben nach dem Wahren, Guten und Schönen (Sathya, Shiva, Sundara) als Grundqualität der Seele.

In diesen magischen Momenten sind wir in Verbindung mit unserem seelische Wesen, mit dieser nicht denkenden stillen Präsenz, mit reinem zeitlosem Gewahrsein, mit unserem seelischen Ich. Diese kurzen Momente hinterlassen in uns eine tiefe Sehnsucht nach etwas Größeren und Tieferen als unsere Persönlichkeit. Eine tiefe innewohnende Sehnsucht nach Vereinigung mit diesem Geheimnis, diesem reinen Gewahrsein entsteht. Wenn die Sehnsucht stark genug ist, entsteht daraus eine spirituelle Suche, die einen Weg vom Äußeren nach dem Inneren, von der Oberfläche in die Tiefe einleitet, und sich dem großen Geheimnis zuwendet.

 

Was bedeutet dies nun für die spirituelle Entwicklung?

Spirituelle Entwicklung

„Viele von uns erleben das Leben durch so viele konzeptuelle Filter, dass wir niemals die Freiheit und Freude, die uns innewohnen, erkennen – und tatsächlich die Essenz dessen sind, wer wir sind. Wir können alt werden, ohne zu realisieren, dass eines der mächtigsten Werkzeuge, um den schmerzhaften Knoten zu entkommen, an die wir uns binden, im wahrsten Sinne des Wortes an unseren Fingerspitzen liegt: an unserem Körper.“
– Reginald A. Ray –

Solange der Konflikt zwischen Körper und Geist, zwischen Verstand und Gefühl nicht ausreichend besänftigt ist, ist das Hervortreten der tiefen seelischen Essenz in uns nicht möglich. Die gesamte Aufmerksamkeit und Energie ist mit Konflikt-Bewältigung beschäftigt. Die Energie ist gebunden im Verdrängen, Abspalten, Zurückhalten, Absichern, im Kompensieren von Angst, Gier, Verwirrung usw.

Viele spirituelle Wege und besonders viele westliche Transformationswege lassen diesen Aspekt außer Acht. Ganz nach dem mechanistischen und moralisch/religiösen Gedankengut, wird ausschließlich versucht das Denken, die Einstellung, die Glaubenssätze und Überzeugungen zu verändern. Das religiöse und mechanistische Weltbild wird einfach in die spirituelle Suche übernommen.

In diesen Systemen herrscht wenig Wissen über die Körperintelligenz und die Integration zwischen Körper und Verstand. Wenn wir dem Körper, mit seinem immensen unbewussten Programmen, auf dem spirituellen Weg den Krieg erklären, ihn bekämpfen und die erlernten Abspaltungsmuster einfach in den spirituellen Prozess übernehmen, dann haben wir einen mächtigen Gegner. Der Kampf gegen diese uralte natürliche archaische Intelligenz ist nicht zu gewinnen.

Vor der Transformation steht die Re-inkarnation, was Wieder-Einfleischung bzw. Wieder-Verkörperung bedeutet. In der Neurowissenschaft nennt man das Embodyment.

Um die besprochene spirituelle Sehnsucht zu entfachen und seine Kraft freizulegen, reicht es nicht die Glaubenssysteme zu hinterfragen und versuchen sie zu verändern.

Um über sich selbst hinauszuwachsen, um die Persönlichkeit zu transzendieren, muss neben dem Bewusstwerden der einschränkenden Glaubenssysteme, die Trennung zwischen Körper und Geist, zwischen Denken und Fühlen wieder ausreichend aufgehoben werden. Diese Integration, das Erlangen einer natürlichen Balance, ist allein mit Denken und Bewusstwerdung nicht erreichbar. Es braucht dazu eine neue fühlende korrigierende Erfahrung mit dem Körper. Die unbewussten und früh geprägten Körperprogramme müssen aus den tiefen Schichten des Körpers, aus seinem Zellgedächtnis fühlend herausdestilliert werden. Eine neue fühlende Beziehung zum Körper, eine neues Bewohnen, ist dabei notwendig.

Dazu sind verschiedene Schritte erforderlich:

Zu Beginn ist es unerlässlich sich dieser Zusammenhänge bewusst zu werden, die Gesetzmäßigkeiten der Persönlichkeitsentwicklung zu verstehen. Wie wir zu dem geworden sind, wie wir sind. Wie die Persönlichkeits-Entwicklung zur Persönlichkeits-Verwicklung wird. Dazu ist Wissen notwendig.

Als nächstes wird eine neue Beziehung zu uns selbst entwickelt; zu unserem Körper, zu unseren Gedanken und Gefühlen.

Dazu ist es notwendig Achtsamkeit zu entwickeln. Darüber nachzudenken reicht nicht. Durch das Praktizieren von Achtsamkeit geschieht eine bewusste Des-Identifizierung vom Körper, den Gefühlen und den Gedanken. Wir lernen dabei uns selbst achtsam und mitfühlend zu erforschen. Die unbewusste früh erlernte Identifizierung mit dem Körper, diese tiefe und fundamentale Verklebung mit dem Körper-Ich, kann sich dabei allmählich lösen. Auch die später erworbene Identifizierung mit dem Verstand wird dabei mehr und mehr aufgehoben und eine allmähliche sanfte Identifizierung mit der Seele kann beginnen.

Wir müssen einen Schritt von unserer Persönlichkeit zurücktreten, um eine neue achtsame, mitfühlende und liebevolle Beziehung damit aufzubauen. Das achtsame Seelen-Ich schaut mit den Augen der Liebe auf das Persönlichkeits-Ich. Dies ist eine heilende und korrigierende Erfahrung.

In unserer Transformations-Arbeit ist dies die Basis für jegliche Wachstumsprozesse und verbindet Bewusstwerdung, Achtsamkeitsschulung mit tief-gehender Körperarbeit.

Dieser neue Zugang zu sich selbst, dieser seelische Liebesstrom, muss jedoch bis in die tiefen Schichten der Zellen gelangen, um dem frühen Körper-Ich neue Erfahrungen zu ermöglichen. Das Zellgedächtnis kann so überschrieben werden. Dies erfordert einen kontinuierlichen inneren Prozess und entspricht einem Schicht für Schicht Vordringen zu diesen tiefen und früh geprägten Zellebenen. Das Körper-Ich wird dabei vom Seelen-Ich durchflutet und überschrieben.

Geschieht dadurch eine ausreichende Wiedervereinigung von Körper und Geist, vom Fühlen und Denken, kann ein tiefes Loslassen in allen Bereichen der Persönlichkeit erfahren werden.

Nun kann das seelische Wesen mit seiner Stille, seinem tiefen Frieden, seiner natürlichen Lebendigkeit und seiner Schönheit wieder durch diese Persönlichkeit durchscheinen und durchwirken und aus dem Verborgenen wieder in die Sichtbarkeit kommen. Wie damals als Baby, nur diesmal mit vollem Bewusstsein.

Energie die im Konflikt, in Kontrolle, Angst und Gier usw. gebunden war, kann nun frei werden und steht für innere Potenzialentfaltung bzw. für ein Über-Sich-Selbst-Hinauswachsen zur Verfügung.

Somit wird deutlich, dass das Einbeziehen des Körpers in einen umfassenden spirituellen Transformationsprozess unumgänglich ist. Der Körper wird wieder zum Tempel der Seele und zu einem Tor für noch Tieferes.

An diesem Punkt kann ein wahrhaft spiritueller Prozess beginnen. Die Energie bzw. die Aufmerksamkeit wird auf unser tiefstes spirituelles Wesen, auf die Quelle von Allem gerichtet. Das bezeugende Gewahrsein beginnt sich selbst zu bezeugen. Die Seele beginnt damit die Rückreise zu ihrer ureigenen Heimat, zur Wiedervereinigung mit dem Göttlichen, zum Erwachen ihrer wahren Natur der Einheit.

„Erwachen, erleuchtet sein, ist vollständig und vollständig verkörpert zu sein. Vollständig verkörpert zu sein bedeutet, in jeder Hinsicht eins zu sein mit dem, was wir sind, einschließlich unseres physischen Seins, unserer Emotionen und der Gesamtheit unserer karmischen Situation “
– Reginald A. Ray –

Im Vedanta, der uralten Weisheitslehre Indiens, wird gesagt, dass man für dieses tief gehende spirituelle Erwachen qualifiziert sein muss. Ist dies ein Hinweis auf das Einbeziehen des Körpers?

Ist diese Qualifikation eine ausreichende Balance zwischen Körper und Verstand?

In allen alten Weisheitsschulen wird neben dem Erlangen von Wissen und geistiger Disziplinen, auch dem Körper sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt. Durch Yoga, Chi Gong, Tai Chi, Atemübungen, Massage und Körperreinigung wird der Schüler auf das Erlangen von Selbstverwirklichung vorbereitet.

Wir haben in unserer Arbeit immer wieder erlebt wie Menschen sich ganz natürlich etwas Größerem zuwenden, wenn durch Des-Identifikation von der Persönlichkeit, die Seele wieder beginnt den Körper zu bewohnen und als Instrument der Seele in der Welt zu wirken. Dieses friedvolle, erfüllende und stilles in sich selbst ruhen, ungestört von den alten Konditionierungen der Persönlichkeit, kann die ureigene Sehnsucht nach Erwachen und Eins-sein auslösen. In diesem Erwachen zum Eins-sein wird tief erkannt, dass auch die Persönlichkeit, dieser Körper-Geist-Organismus, Ausdruck dieser Einheit ist.

So endet die Reise von der unbewussten Identifizierung mit der Persönlichkeit, zur bewussten Des-Identifizierung mit Ihr, bis hin zum bewussten Eins-sein mit allem, einschließlich des Körper-Geist-Organismus.

„Transformation findet durch den Körper statt, nicht von ihm weg. Deshalb hat kein wahrer Meister jemals das Kämpfen gegen den Körper oder das Verlassen des Körpers befürwortet, obwohl ihre kopfgesteuerten Anhänger es oft getan haben.“
– Eckhart Tolle –

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Andreas Stötter

Durch meine jahrzehntelange leidenschaftliche Suche nach spiritueller Tiefe und Selbsterkenntnis, hat mich das Leben schon sehr früh zu meinen Lebensthemen geführt.
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